Tierschutz

Manchmal weiß man bei einer Sache nicht, worauf man sich einlässt. So ging es mir, als ich beschloss, eine meiner Romanfiguren soll eine Tierschützerin sein. Bei der Recherche zu diesem Buch, geriet ich in einen verheerenden Sog. Die Bilder, die ich sah, wurden immer schrecklicher. Sie waren so schockierend, dass sie mir regelrecht Tränen in die Augen trieben. Was war ich vorher doch herrlich ahnungslos. Regelrecht naiv. Es gibt Momente, da wünsche ich mir die alte Ahnungslosigkeit zurück.

Tierschutz liegt mir sehr am Herzen, weshalb ich versuche, nach bestem Wissen und Gewissen, so wenig wie möglich zum Leiden von Tieren beizutragen.

Dazu ist es wichtig, gut informiert zu sein. Information zu Themen wie Massentierhaltung und Tierversuche sind jedoch nichts für schwache Nerven, weshalb dem nachfolgenden Link nur diejenigen folgen sollten, die einiges an Wahrheit verkraften.

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Information – und nicht die Tatsache, dass ich Fleisch nicht mag – hat meinen Fleischkonsum drastisch vermindert. Nicht zu 100%, aber zu 100% die Art und Weise wo und wie oft ich Fleisch kaufe. Fleisch und Wurst aus Konserven, Discounterware und Supermarktschnäppchen – also alles was die Massentierhaltung so hervorbringt, kommen nicht auf meinen Tisch. Am liebsten kaufe ich beim Bauern direkt. Das geht dem einen zu weit (weil angeblich ein finanzielles Problem) und dem anderen nicht weit genug. Aber ich sage ja auch nur, wie ich es halte und nicht, wie andere es halten sollen. Und ich weiß auch, nicht alle haben überhaupt die Möglichkeit, beim Bauern um die Ecke zu kaufen, weil sie in der Stadt wohnen und nicht auf dem Land.

Hat man sich aber (egal wo wohnend) einmal für öko entschieden, ist man dennoch gefordert, genau hinzuschauen. Es hat sich herumgesprochen: Bio ist nicht gleich bio. In einem Artikel „Welches Siegel hilft den Tieren“ informiert die ZEIT: „Da gibt es zunächst den Standard, der für alle Erzeugnisse mit dem sechseckigen, europaweit standardisierten Biosiegel gilt. Er garantiert Basisbedingungen, die ein Bioproduzent erfüllen muss – deckt aber längst nicht alles ab, was mit ökologischer Landwirtschaft und Tierhaltung möglich ist. So gehen die Anforderungen einzelner Erzeugerverbände – die drei größten in Deutschland sind Bioland, Demeter und Naturland – zum Teil deutlich über die EG-Öko-Verordnung hinaus.“ (Quelle: ZEIT ONLINE, weitere Infos auf http://www.zeit.de/2012/13/Bio-Frage-1-Tiere).

Und bei der Menge an Ökobetrieben die es mittlerweile so gibt, stellt sich mir automatisch die Frage: Wer kontrolliert das eigentlich alles? Man muss ja darauf vertrauen können.

Tierschutz beinhaltet aber weitaus mehr, als sich klar zumachen, wo das Schnitzel auf dem Teller herkommt. Nicht nur in der Massentierhaltung leiden Tag für Tag Millionen von Tieren. Die Tierversuchsindustrie (wir nennen es ja lieber Forschung) steht der Fleischproduktion in nichts nach. Medizin, Kosmetik, Reinigungsmittel – alles wird getestet. Warum ausgerechnet an Tieren ist nicht nachvollziehbar, jedenfalls nicht mehr in der heutigen Zeit. Es ist längst erwiesen, das die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind. Mäuse, Fische, Hunde, Katzen, Affen, Pferde und auch Schweine sind in ihrer Art dem Menschen nicht gleich! Dennoch werden unverdrossen weiter Millionen von Tieren in der Forschung verbraucht. Das ist eine gängige Bezeichnung in diesem Zusammenhang. Verbraucht. Es bedeutet: infiziert, getestet, getötet. Denn ein Tier, dass einmal an einer Versuchsreihe teilgenommen hat, ist konterminiert und für keinen weiteren Test brauchbar. Die Angst und das Leid, welche die Tiere dabei empfinden, werden von denselben Forschern wegdiskutiert die sagen, Tiere seien aufgrund der Ähnlichkeit zum Menschen wichtige Vergleichsobjekte. Der Stoffwechsel ist also vergleichbar, die Qualen sind es aber nicht? Seltsame Logik.

Die Forschung mit Tieren unterliegt einer Doppelmoral. Vergiftet jemand zu Hause seinen Hund, wird das als brutal und unmoralisch betrachtet. Die meisten Menschen empfinden so etwas zu Recht als verabscheuungswürdig. Derjenige, der sein Tier derart behandelt, riskiert außerdem das Recht aberkannt zu bekommen, Tiere zu halten. Wenn man dagegen einen Hund in einem Forschungslabor vergiftet, kann denjenigen, der das tut, Anerkennung erwarten und eine große Karriere. Ein und dieselbe Sache, zwei Namen. Tierquälerei und Forschung.

Karen Blixen sagte einmal: „Es ist sicher eine wichtige Sache Menschenleben zu bewahren, aber es ist noch wichtiger es wert zu machen, Menschenleben zu bewahren.“

Julia Arden, 8/11-2014