Rezensionen

Als Autorin freue ich mich über Feedback von meinen Leserinnen. Natürlich am meisten über positive Rezensionen   😉 . Aber auch kritische Meinungen nehme ich entgegen. Weniger gerne natürlich, aber solange Kritik sachlich geäußert wird und dem Inhalt nach stimmt, muss ich mir diese gefallen lassen. Ärgerlich finde ich es allerdings, wenn eine Rezension geschrieben wird, die mich als Autorin einfach nur runterputzt. Es werden schnell drei oder vier herablassende Zeilen dahingeschrieben, ein oder zwei Sterne vergeben und dann ist die Leserin mit der Autorin fertig.

Hier mal ein Beispiel:

„Ein professionelles Lektorat hätte hier gut getan

Die Geschichte ist nicht ohne, leider ist zumindest das eBook nicht einem prof. Lektorat unterzogen worden.
Die Sichten/Perspektiven gehen wild durcheinander und der Test ist mit „?“ gespickt, was darauf hindeutet, dass die Autorin noch nicht fertig war.

Eine prof. Überarbeitung wäre dringend notwendig – schade um die Geschichte.“

So etwas liebe ich. Die Verfasserin konnte keine fünf Zeilen ohne Rechtschreibfehler hinbringen, fühlt sich aber zur Expertin der deutschen Sprache berufen. Von der auktorialen Erzählweise (eine der drei Erzählweisen professioneller Autoren, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass der Erzähler sich in die allwissende Position begibt und in den Zeiten nach Gutdünken hin-und herspringt) hat diese Leserin offensichtlich noch nie gehört.  Das Positive – die Geschichte – wurde mit fünf Worten erwähnt. Dann folgt eine völlig überzogene Kritik, welche den Eindruck entstehen lässt, das Buch sei eine Vollkatastrophe.

Ich schreibe sehr lange an einem Buch, ein bis zwei Jahre oder länger. Dieses Buch, zu dem die Rezension verfasst wurde, war eine Wiederauflage eines volllektorierten Manuskripts („Die Frau im Rückspiegel“). Und so eine Spontanrezension, dahingeschrieben in zwei Minuten (vorher nachgedacht eher noch kürzer) ärgert mich einfach. Es ist unheimlich mühselig, i.d.R. unmöglich, solche Rezensionen bei Amazon o.a. entfernen zu lassen. Nur Rezensionen, die gegen die Richtlinien (Ethik etc.) verstoßen, werden entfernt. Ansonsten darf jeder schlau (oder eben auch weniger schlau) daherreden, was er will. Ich habe auch schon des Öfteren von Autoren vermuten gehört, dass ihnen negative Rezensionen reingedrückt wurden, weil da irgendwer gegen sie intrigiert. Auch hier keine Chance der Löschung.

Ich möchte alle Leser/innen deshalb heute um drei Dinge bitten:

  1. Schreibt eine Rezension, wenn ihr ein Buch kauft. Je mehr Leser/innen eine Rezension verfassen, je aussagekräftiger wird das Gesamtbild. Ausreißer nach oben und unten, gehen so in der Masse unter.
  2. Wenn ihr kritisiert, tut dies bitte sachlich und angemessen. Denkt daran, eine Rezension ist immer etwas Subjektives. Gebt eure Eindrücke zum Buch wieder, aber stellt keine spekulativen Behauptungen über Autorin oder Verlag und deren Arbeit auf. Wir haben keine Möglichkeit uns zu wehren. Es liest doch keiner den Kommentar zu einer solchen Rezension!
  3. Ärgert euch nicht, wenn euch ein Buch (auch E-Book) nicht gefällt. Gebt es zurück! Die Möglichkeit besteht. Niemand versucht, euch ein Buch unterzujubeln, wofür euch das Geld zu schade ist. (Obige Leserin hatte offenbar nicht das Bedürfnis der Rückgabe. Ich sehe ja nicht, wer was kauft, aber im gesamten Monat und Vormonat gab es keine Rückgabe zu dem Titel. Diese Leserin hatte nur das Bedürfnis, ein schlechtes Urteil abzugeben.)

Ich investiere wie gesagt sehr viel Freizeit in ein Buch und versuche meine Bücher zu einem fairen Preis anzubieten. Vom Schreiben leben kann ich nicht. Welcher Grund auch immer hinter solchen überzogenen Negativrezensionen steckt, für mich als Autorin ist so etwas verheerend. Abgesehen von dem Frust, es entsteht auch ein finanzieller Schaden, weil aus wenig am Ende noch weniger wird. Demotivation ist die Folge. Demotivierte Autoren bekommen eine Schreibblockade oder suchen sich einfach ein anderes Freizeithobby. – Das war jetzt keine Drohung, nur ein Einblick in meine Psyche.

09.04.2019